American Beauty

Ein Film von Sam Mendes

Mit Kevin Spacey, Annette Bening, Thora Birch, Wes Bentley und anderen

Christinas Meinung:

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Lester Burnham (Kevin Spacey) ist der typische frustrierte Durchschnittsamerikaner aus dem gehobenen Mittelstand. Er kommt in seinem Job, den er hasst, nicht weiter, fühlt sich in seinem geschmackvoll eingerichteten Haus mit den Fotos aus glücklicheren Tagen längst nicht mehr heimisch, zu seiner Tochter hat er kaum noch Kontakt, und zwischen ihm und seiner Frau Carolyn (Annette Bening) läuft schon lange nichts mehr. Männer wie er greifen heutzutage manchmal zur Waffe, um ihrem tristen Leben wenigstens mit einem Amoklauf ein spektakuläres Ende zu setzen. Lesters Lösung ist weniger radikal. Ein Blick auf Cheerleader Angela (Mena Suvari), eine Freundin seiner Tochter, bringt seinen zweiten Frühling voll in Gang. Er beschränkt sich nicht mehr auf müden Zynismus, sondern unternimmt alles, um die Zeit dahin zurückzudrehen, wo noch alles möglich schien. Er bringt seinen Körper in Form, raucht Marihuana und tauscht den Job in der Werbung gegen einen in einem Fast-Food-Restaurant. Außerdem kauft er sich noch einen Sportwagen, was eher der Konvention entspricht. Carolyn kann damit wenig anfangen. Zur Erhaltung ihres Selbstwertgefühls braucht sie einen erfolgreichen Mann, wie z. B. ihren Konkurrenten, den Immobilienkönig Buddy King (Peter Gallagher). In dieser Hinsicht hat Lester so gar nichts vorzuweisen. Sogar der schwule Nachbar hat einen besseren Partner als sie (welcher von beiden gemeint ist, sei hier dahingestellt, praktischerweise heißen sie ja beide Jim). Zwischen Lester und Carolyn steht ihre Tochter Jane (Thora Birch). Die ist nicht nur mit Nabelschau betreibenden Eltern geschlagen, sondern auch noch mit einer besten Freundin, die sich gern mit ihr umgibt, weil sie sich so vorteilhaft von dem unscheinbaren Mädchen abhebt. Sie wendet sich dem neuen Nachbarn Ricky (Wes Bentley) zu, der eine ganz eigene Art hat, mit seinem brutalen Vater (Chris Cooper) und seiner apathischen Mutter (Allison Janney) umzugehen und nebenbei mit Drogenhandel ein Vermögen verdient.

Wenn ich mir das so ansehe, komme ich nicht umhin, mich zu fragen, wie die Angehörigen der Konsumgesellschaft amerikanischer Prägung bis heute überlebt haben. Und vor allem wozu? Trotzdem ist es faszinierend, das Ganze zu beobachten, vor allem wenn es so gekonnt in Szene gesetzt und so gut gespielt ist. Den undankbarsten Part hatte hierbei Annette Bening, denn Carolyn Burnham lässt nun wirklich kein Klischee aus, nur menschlich darf sie im Gegensatz zu ihrem Mann nicht wirken. Beinahe jeder Satz, der aus ihrem Mund kommt, stammt von einer der Motivationskassetten, die sie ständig hört.

Während Kevin Spacey seinen Spieltrieb am Steuer seines Traumautos nachgibt und Mena Suvari hinterher sabbert, entdecken Thora Birch und Wes Bentley die Welt durch den Sucher einer Videokamera und ermöglichen so interessante Bilder aus ungewöhnlichen Blickwinkeln.

Bitte mehr davon, Sam Mendes.

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Zuletzt aktualisiert am: Mittwoch, 07. September 2005

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