Arlington Road

Ein Film von Mark Pellington

Mit Jeff Bridges, Joan Cusack, Tim Robbins, Hope Davis

Christinas Meinung:

KatzeKatze

Geschichtsprofessor Michael Faraday (Jeff Bridges) lernt seine neuen Nachbarn Oliver und Cheryl Lang (Tim Robbins und Joan Cusack) auf höchst dramatische Weise kennen: Er liest deren 10-jährigen Sohn Brady blutend auf der Straße auf und bringt ihn ins Krankenhaus. Danach freundet Brady sich mit Michaels Sohn Grant an, und Michael und seine Freundin Brooke (Hope Davis) beginnen, gutnachbarliche Beziehungen mit den Langs zu pflegen. Die Vorgarten- und Grillpartyidylle bekommt jedoch nur zu bald die ersten Risse. Michael fallen plötzlich Ungereimtheiten an seinem freundlichen Nachbarn auf. Was sind das für merkwürdige Baupläne in seinem Arbeitszimmer, die Oliver Michael nicht zeigen will, wie hat Brady sich so verletzt, und warum hat Oliver seinen Namen geändert?

Michael hält Oliver für einen Terroristen, aber seine Theorien scheinen so weit hergeholt, dass ihm keiner seiner Freunde glaubt. Vielleicht hat er sich zu sehr mit Terrorismus beschäftigt und sieht nun überall Gespenster. Vielleicht hat er auch einfach den Tod seiner Frau nicht verwunden, die als FBI-Agentin bei einem Schusswechsel mit mutmaßlichen Terroristen ums Leben kam. Oder vielleicht ist er auch nur eifersüchtig, weil sein eigener Sohn sich lieber Oliver anvertraut als ihm.

Mark Pellington hat ein heißes Eisen angefasst mit seiner Geschichte vom netten Terroristen von nebenan. In den USA wie auch anderswo möchte man lieber an Terror glauben, der von außen kommt, und wenn es schon "einer von uns" sein muss, dann bitte ein halbverrückter Einzeltäter, aber keine Organisation, die mit erschreckender Effizienz verdeckt operiert und überall zuschlagen kann. Ein anständiger Familienvater, der Einkaufszentren baut und seine Töchter zum Ballettunterricht fährt, kann doch unmöglich einer solchen Organisation angehören, oder? Und was ist mit seiner Frau, dieser Säule der Gesellschaft, die aussieht, als ob sie in jeder freien Minute Plätzchen backt? Tim Robbins und Joan Cusack sind der Stoff, aus dem unsere schlimmsten Alpträume sind. Eine geniale Besetzung. Jeff Bridges hingegen liefert eine ziemlich enttäuschende Leistung ab. Seine Hauptaufgabe besteht darin, zu brüllen und schwer atmend durch die Kulissen zu sprinten. Von ihm ist man Besseres gewöhnt. Hope Davis, die Quotenblondine, braucht man nicht weiter zu erwähnen.

ARLINGTON ROAD hatte alle Zutaten, um einer der besten Filme von 1999 zu werden, aber leider strapazieren die Drehbuchschreiber die Gutgläubigkeit der Zuschauer dann doch zu oft. Ein wenig dichterische Freiheit ist ja gestattet, und aus manchen Situationen kommt man nun mal nur durch einen aberwitzigen Zufall wieder heraus, aber hier waren es der wundersamen Wendungen denn doch zu viele. Das Ende war zwar spektakulär, unerwartet und ließ mich das Kino mit einem flauen Gefühl im Magen verlassen, aber der Weg dahin hätte gern plausibler sein dürfen.

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Christina

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Zuletzt geändert: 07. September 2005