Copland

Ein Film von James Mangold

Mit Sylvester Stallone, Harvey Keitel, Robert DeNiro, Ray Liotta und anderen

Christinas Meinung:
Katze

In der Kleinstadt Garrison in New Jersey, direkt gegenüber von Manhattan, leben fast ausschließlich Polizisten, die ihre Familien aus dem Sumpf von New York City befreien wollten. Dort kann man gut leben, solange man sich an die Regeln von Ray Donlan (Harvey Keitel) hält. Der ist ein hohes Tier in der Polizeigewerkschaft und hat Garrison geschaffen, und zwar mit Hilfe der Mafia. Freddie Heflin (Sylvester Stallone) hält sich seit zehn Jahren daran. Nachdem er heldenhaft ein Mädchen vor dem Ertrinken gerettet hatte, platzte sein Traum, ein Cop in New York City zu werden, da er auf einem Ohr taub geworden war. Und das Mädchen war nicht einmal so höflich, ihn hinterher zu heiraten. Er fristet also sein Leben als Sherriff von Garrison County und macht beide Augen fest zu, wenn die "echten Cops" das Gesetz übertreten. Doch plötzlich gerät er von allen Seiten unter Druck. Moe Tilden (Robert DeNiro) von der New Yorker Dienstaufsichtsbehörde will, daß Freddie ihm hilft, die Verbindungen von Ray Donlan zur Mafia aufzudecken. Freddies Freund, der Cop Figgis (Ray Liotta) schwingt große Reden über Korruption, bis sogar Freddies langsames Gehirn die Fäden verknüpft hat. Außerdem versteckt sich Rays Neffe im Wald von Garrison, weil er zwischen die Fronten von Verbrechern und korrupten Polizisten geraten ist und um sein Leben fürchtet.

Der Film hat es wirklich geschafft, mich zu überraschen. Es lag nämlich nicht an Sylvester Stallone, daß er mir nicht gefallen hat. Das lag ganz allein an der konfusen Umsetzung des Scripts. Ich würde nicht soweit gehen, Stallone nach diesem Film zu den Charakterdarstellern zu zählen, aber die Art, wie er traurig in die Kamera guckte, sehr ... langsam ... redete und in Zeitlupe durch den Film schlurfte, hatte was. Robert DeNiro kam überhaupt nicht zum Zuge und sollte seinen Friseur erschießen. Der Film sprang mehr als einmal so hektisch von Szene zu Szene, daß es aussah, als hätten sie vergessen, eine Szene zuende zu spielen. Trotzdem schleppte sich die Handlung ziemlich zäh und verworren dahin, bis es dann schließlich zum großen Showdown kam. Am Ende war es dann doch wieder Sly ganz allein mit seinem Schießprügel gegen den Rest der Welt.

Da hat der Drehbuchautor mal wieder Verworrenheit mit Komplexität verwechselt. Ein bißchen mehr Realismus hätte der Geschichte gutgetan. Wenn die Handlungen der Charaktere etwas nachvollziehbarer gewesen wären, hätte ich mich vielleicht auch für sie interessiert.

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Christina Gross

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Zuletzt geändert: 07. September 2005