The Game

Ein Film von David Fincher

Mit Michael Douglas, Sean Penn, Deborah Unger, Jim Feingold, Armin Müller-Stahl

Achtung: Dieser Text enthält potentielle Spoiler bezüglich des Endes!

Christinas Meinung:
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Wer kennt das nicht: der Geburtstag eines Bruders naht heran, und man weiß wieder einmal nicht, was man ihm schenken soll. Der Kerl hat ja auch alles. Einschließlich mehr Kohle als man selbst. Also besorgt man einen schönen Schlips und packt ihn nett ein. Oder man überreicht dem Bruder einen Geschenkgutschein.

Conrad van Orton (Sean Penn) schenkt seinem Bruder Nick (Michael Douglas) einen Gutschein von Consumer Recreation Services. Nick soll dort ein mysteriöses Spiel spielen, von dem er nur weiß, daß es sein Leben verändern soll. Das könnte eine Veränderung durchaus vertragen. Nick ist zwar superreich, aber seine Ehe ist längst geschieden, und anstelle von Freunden hat er nur Geschäftspartner, mit denen er nicht gerade zimperlich umgeht ('Wall Street' läßt grüßen). Nick löst also seinen Gutschein ein. Plötzlich findet er überall Schlüssel, sein Fernseher redet mit ihm und eine geheimnisvolle Blondine tritt in sein Leben, aber nicht eine von der Kreisch-Kicher-Sorte.

Aber das ist noch nicht alles. Er verliert seinen gesamten Besitz, erschießt aus Versehen seinen Bruder und sieht wie sein Vater vor vielen Jahren nur noch einen Ausweg: Selbstmord. Er springt vom Dach - und landet auf einem großen Luftkissen mitten in seiner Geburtstagsparty. War ja schließlich alles nur ein Spiel.

Als sein Bruder ihm mit einem großen Blutfleck auf der Brust und einem breiten Grinsen im Gesicht entgegenkommt, haut er ihm nicht etwa eine runter, sondern umarmt ihn, feiert mit seinen Gästen und zahlt auch noch die Rechnung für das makabre Spiel. Das schien mir viel weniger glaubhaft als alle Verwicklungen, in die er im Verlauf des Spiels verstrickt wurde.

Der Film ist spannend gemacht und gut gespielt, vor allem von Deborah Unger und Michael Douglas, aber das Ende hinterließ bei mir einen schalen Nachgeschmack. David Fincher hat es so geschickt verstanden, Nick van Orton zu einer glaubhaften Figur zu machen, ohne die Handlung zu bremsen, daß ich am Ende mehr erwartet habe als ein breites Grinsen auf Michael Douglas' Gesicht.

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Christina Gross

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Zuletzt geändert: 07. September 2005