Good Will Hunting

Ein Film von Gus van Sant Jr.

Mit Matt Damon, Ben Affleck, Robin Williams, Stellan Starsgard, Minnie Driver u. a.

Christinas Meinung:
KatzeKatze

Will Hunting (Matt Damon) ist hochintelligent, aber da er eine Waise ist und seine Jugend in mehr oder weniger ungeeigneten Pflegefamilien zugebracht hat, wurde seine Begabung nie entdeckt. Daher wischt er im renomierten MIT nur die Böden anstatt dort zu studieren und läßt seinen Frust darüber bei sinnlosen Prügeleien ab. Der Autodidakt kann aber die Hände nicht von den Matheaufgaben lassen, die auf den Wandtafeln in den Fluren stehen. So wird Professor Gerry Lambeau (Stellan Starsgard) auf ihn aufmerksam und beginnt, ihn zu fördern. Will muß sich als Bewährungsauflage einer Therapie unterziehen. Nachdem er einige erfolgreiche Therapeuten an der Nase herumgeführt hat, bringt Lambeau ihn zu seinem alten Studienfreund Sean McGuire (Robin Williams). Nach anfänglichen Schwierigkeiten gelingt es McGuire, zu dem verunsicherten Jungen durchzudringen und ihm zu helfen, sein Leben und seine Begabung in den Griff zu kriegen.

Robin Williams trägt in diesem Film mal wieder Vollbart, was ein sicheres Zeichen dafür ist, daß er nicht so viel rumkaspert. Die Rolle des verständnisvollen Therapeuten, der die Probleme seines Schützlings und außerdem noch die eigenen löst, liegt ihm. Er erzählt Geschichten und sitzt da und lächelt freundlich. Dann noch eine herzliche Umarmung, und die Sache ist erledigt. Matt Damon und Stellan Starsgard spielen ihn mühelos an die Wand. Meiner Meinung nach hat Williams seine besten Szenen, wenn der sanfte Therapeut mit dem ehrgeizigen Mathematikprofessor zusammenrasselt.

Stellan Starsgard wurde meist nur am Rande erwähnt, wenn über diesen Film geredet wurde, aber das hat er nicht verdient. Er spielt ein herrlich arrogantes Ekel, das Will um die Art beneidet, wie ihm das zufliegt, was er selbst sich hart erarbeiten muß. Wenn Will ihm auch nicht egal ist, er will vor allem in die Geschichte eingehen als der Mann, der ihn entdeckt hat. Matt Damon gelingt es, den wütenden ebenso wie den verletzlichen Will Hunting überzeugend darzustellen. Er ist hin- und hergerissen zwischen der neuen Welt, die sich für ihn auftut, und dem Wunsch, genauso zu sein wie seine Freunde. Nur die Auflösung kommt dann ein bißchen zu plötzlich.

Damon und sein Freund Ben Affleck, der im Film Wills besten Freund Chuckie spielt, haben auch gemeinsam das Drehbuch verfaßt. Die beiden sollten allerdings noch etwas üben, bevor sie das nochmal machen. Die Story war dann doch ein bißchen zu simpel gestrickt. Ohne die hervorragenden Darsteller hätte das keinen sehenswerten Film ergeben. Die amüsanten Seitenhiebe auf die Psychotherapie oder die Politik der National Security Agency waren allerdings sehr geschickt eingebaut. Die deutsche Synchro klingt besonders in den Szenen mit Will und seinen Freunden arg holprig.

Fazit: Ich habe in letzter Zeit einige Filme gesehen, die mir weniger gefallen haben. Good Will Hunting ist nett anzusehen, allerdings würde ich ihn nicht mit Oscars überhäufen.

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Christina Gross

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Zuletzt geändert: 07. September 2005