Hillary und Jackie

Ein Film von Anand Tucker

Mit Rachel Griffiths, Emily Watson, David Morrisey, James Frain

Christinas Meinung:

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HILLARY UND JACKIE erzählt die wahre Geschichte der Schwestern Hillary und Jacqueline Du Pré, so wie Hillary sie in ihrem Buch "A Genius in the Family" dargestellt hat. Hillary, als Mädchen gespielt von Keeley Flanders, später von Rachel Griffiths, ist eine begabte Flötistin. Ihre Schwester Jackie, zunächst von Auriol Evans, dann von Emily Watson dargestellt, spielt Cello. Beide werden von ihrer Mutter Iris (Celia Imrie) gefördert, aber während Hillary alles zufliegt, muß Jackie sich den Erfolg schwer erarbeiten. Um mit ihrer geliebten Schwester mithalten zu können, übt sie wie eine Besessene. Bald hat sie Hillary überflügelt. Die ist zwar talentiert, hat aber die Technik vernachlässigt. Nun muß sich das ehemalige Wunderkind Hillary damit abfinden, nur noch Jacqueline Du Prés große Schwester zu sein. Jacqueline hingegen macht eine beispiellose Karriere.

Der Film erzählt zunächst Hillarys Geschichte. Hillary bleibt in England zurück, während Jackie auf der ganzen Welt Konzerte gibt. Sie ist als Musikerin nicht allzu erfolgreich, aber sie lernt Kiffer Finzi (David Morrissey) kennen, zieht mit ihm aufs Land und gründet eine Familie. Ihre Schwester sieht sie nur selten, bis sie eines Tages auf ihrem Bauernhof auftaucht und eine ungewöhnliche Bitte an sie richtet. Diese Episode ist der Angelpunkt des Films. Danach wird Jackies Geschichte erzählt, und der Zuschauer folgt ihr quer durch viele Länder, erlebt mit, wie einsam und isoliert sie sich fühlt. Daran kann auch ihre Ehe mit dem Dirigenten und Pianisten Daniel Barenboim (James Frain) auf Dauer nichts ändern. Sie flüchtet sich zu Hillary, die alles zu haben scheint, was sie sich wünscht, aber nach ihrem Besuch hat das Verhältnis der Schwestern einen Riß, der nicht mehr zu kitten ist. Bei Jackie wird Multiple Sklerose diagnostiziert. Die Krankheit bereitet ihrer Karriere ein jähes Ende und verursacht ihren frühen Tod im Alter von nur 42 Jahren.

HILLARY UND JACKIE schafft es immer wieder, haarscharf am Melodrama vorbeizuschrammen. Das liegt vor allem an den hervorragenden Hauptdarstellerinnen. Rachel Griffiths, die in MURIELS HOCHZEIT die Exzentrikerin geben durfte, und Emily Watson ergänzen sich perfekt als Schwestern, von denen jede sich im Grunde nach dem Leben der anderen sehnt. Die Musik ist ein weiterer Pluspunkt des Films. Sie verdeutlicht ebenso gut wie die Bilder Jackies Haßliebe zu ihrem Cello und ihr Entsetzen, als ihr klar wird, daß sie die Musik verliert und damit alles, was ihr Leben ausmacht.

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Christina Gross

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Zuletzt geändert: 07. September 2005