Aimée & Jaguar

Ein Film von Max Färberböck

Mit Maria Schrader, Juliane Köhler, Johanna Wokalek, Heike Makatsch u. a.

Christinas Meinung:

Katze

Berlin 1944. Alliierte Bomben legen die Stadt in Schutt und Asche. Im Konzert verliebt sich Felice Schragenheim (Maria Schrader) in Lilly Wust (Juliane Köhler). Sie bringt ihre Freundin Ilse (Johanna Wokalek), die ihr Haushaltsjahr bei Lilly absolviert, dazu, sie mit ihr bekanntzumachen. Aus den unterschiedlichen Frauen wird ein Liebespaar. Felice ist Jüdin. Sie arbeitet unter falschem Namen für eine Nazizeitung und spioniert für die Briten. Lilly ist Mutter von vier Kindern, verheiratet mit einem Frontsoldaten, vergnügt sich in dessen Abwesenheit mit hochrangigen Nazis und plappert gedankenlos antisemitische Parolen nach. Felices Freundinnen sehen die Verbindung mit Mißtrauen. Felice zieht bei Lilly ein, als sie ihr Versteck räumen muß. Wie wenig sich Lilly Felices prekärer Lage bewußt ist zeigt sich, als sie ihren Mann um die Scheidung bittet, nachdem er sie mit Felice erwischt hat und damit Aufmerksamkeit auf ihre Geliebte lenkt. Bald darauf wird Felice verhaftet und nach Theresienstadt gebracht.

AIMÉE & JAGUAR ist die wahre Geschichte zweier außergewöhnlicher Frauen vor dem Hintergrund des Krieges. Ihren Titel hat sie von den Kosenamen, die Felice Schragenheim sich und ihrer Geliebten gegeben hat. Beide stehen irgendwie am Abgrund und schöpfen das Leben aus dem Vollen. Ein idealer Stoff für einen Film, sollte man meinen. Aber im Kino ist davon wenig zu spüren. Was sich da auf der Leinwand abspielt, ist kaum mehr als ein Kostümdrama in aufwendigen Kulissen. Man hat das Gefühl, ein öffentlich-rechtliches Fernsehspiel zu sehen. Max Färberböck kratzt nur an der Oberfläche. Als Zuschauerin konnte ich nie wirklich nachvollziehen, was Aimée und Jaguar verbunden hat. Viel Kulisse, wenig dahinter. Maria Schrader und Juliane Köhler spielen meist recht überzeugend. Erwähnenswert sind auch Johanna Wokalek als Ilse, die Erzählerin der Geschichte, und - etwas überraschend - Fernsehvater Peter Weck als eingefleischter Nazi. Eher peinlich ist allerdings der Auftritt von Detlev Buck als Lillys Mann. Wenn wir hierzulande Himbeeren vergeben würden, wäre er mein Top-Kandidat für die schlechteste männliche Nebenrolle.

Ein alles in allem ziemlich enttäuschender Film aus deutschen Landen, eher für einen netten Abend vor der Glotze geeignet denn für einen Besuch im Kino.

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Christina Gross

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Zuletzt geändert: 07. September 2005