Mein Onkel vom Mars

Ein Film von Donald Petrie

Mit Christopher Lloyd, Jeff Daniels u.a.

Renates Meinung:

Die 90er scheinen immer mehr zur Dekade der Remakes zu werden. Man sollte meinen, daß es genügend Geschichten gibt, aus denen man einen abendfüllenden Spielfilm machen könnte. Vielleicht fällt den Drehbuchschreibern einfach nichts mehr ein. Nach LEAVE IT TO BEAVER, LOST IN SPACE und THE PARENT TRAP, um nur ein paar zu nennen, kommt jetzt auch MEIN ONKEL VOM MARS in die Kinos. Aus der Komödie aus den 60ern ist ein Film der 90er geworden und hat, abgesehen von ein paar unbedeutenden Details, nichts mehr mit dem Original gemeinsam, das mich als Kind begeistert hat. Alles in allem ist es ein netter Film für die Kleinen, aber die Erwachsenen werden wahrscheinlich enttäuscht aus dem Kino kommen.

In der Hauptrolle kann man Christopher Lloyd als Marsianer bewundern, der auf der Erde eine Bruchlandung gemacht hat. Glücklicherweise hat er einen Kaugummi dabei, der ihm hilft, seine äußere Erscheinung zu verändern. Sonst hätte man ihn schon nach 5 Minuten entdeckt. Lloyd spielt ihn wie Doc Brown in der ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT-Serie, wild, mit rollenden Augen, man möchte ihm dringend ein Beruhigungsmittel verabreichen. Er übertreibt es so sehr, daß er einem manchmal auf den Geist geht, aber man kann ihm eine gewisse Komik nicht absprechen. Als er auseinanderfiel - im wahrsten Sinne des Wortes - mußte ich lachen.

Jeff Daniels spielt den freundlichen Reporter Tim, der den gestrandeten Marsianer bei sich aufnimmt. Tims Job ist es, die Kommentare für eine Nachrichtensprecherin (Elizabeth Hurley) zu schreiben und sie ihr über Mikrofon ins Ohr zu sprechen, weil sie selbst dafür zu dämlich ist. Das hat mich ziemlich genervt. Darryl Hannah spielt die Frau, die in Tim verliebt ist - wovon er natürlich keine Ahnung hat - und die am Schluß ihn und seinen Onkel vom Mars rettet.

Der Film selbst besteht fast nur aus Witzen, manche sehr subtil, was mir gefallen hat, andere wieder so übertrieben, daß ärgerlich war. Besonders gelungen ist der Anfang: Der kleine funkgesteuerte Explorer rollt über den Mars, und kurz bevor er auf eine riesige Stadt auf der Oberfläche stoßen würde, geht ihm der Strom aus, so daß die Wissenschaftler auf der Erde weiterhin im Dunkeln tappen. Der sprechende Raumanzug mit seinen geistreichen Kommentaren ist dann zuviel des Guten, vor allem als er dann als Lebensretter für seinen sterbenden Besitzer fungiert, an dem Experimente durchgeführt werden.

Das bißchen Handlung, daß der Film aufweist, dreht sich um die Versuche, den Marsianer zu finden und dessen Bemühungen, Ersatzteile für sein Raumschiff zu finden und nach Hause zurückzukehren. Die Verfolgungsjagd ist vorprogrammiert. Es gibt eine interessante Fahrt eines miniaturisierten Autos durch das Abwassersystem, aber deren Ende in einer Toilette, die gerade benutzt werden soll, hätte man sich besser geschenkt.

Natürlich ist das Ende vorhersehbar. Jeder bekommt was er oder sie verdient und als Bonus darf auch noch ein Marsianer, der seit 30 Jahren auf der Erde festsitzt, mit nach Hause fliegen. Wir können nur annehmen, daß sie glücklich und zufrieden bis an ihr seliges Ende lebten.

Wenn man den Film denn sehen möchte, sollte man nach Ray Walston Ausschau
halten. Er war der "echte" Onkel vom Mars und hat die besten Sprüche im ganzen Film.

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Zuletzt geändert: 07. September 2005