Ein Sommernachtstraum

Ein Film von Michael Hoffman

Mit Kevin Kline, Michelle Pfeiffer, Rupert Everett, Stanley Tucci, Callista Flockhart u. a.

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Am Tag vor seiner Hochzeit mit Hippolyta (Sophie Marceau) soll Herzog Theseus (David Strathairn) einen Streit schlichten. Hermia (Anna Friel) soll mit Demetrius (Christian Bale) verheiratet werden, liebt aber Lysander (Dominic West). Wenn sie der geplanten Eheschließung nicht zustimmt, wird sie ins Kloster geschickt. Darum will Hermia mit ihrem Liebsten durchbrennen, und sie vertraut sich ihrer Freundin Helena (Callista Flockhart) an, die hoffnungslos in Demetrius verliebt ist. Damit der sich Hermia endlich aus dem Kopf schlägt, verrät Helena ihm den Plan der beiden. Das führt aber nur dazu, dass Demetrius ihnen hinterherjagt, Helena immer dicht auf den Fersen. So landen die vier in einem verzauberten Wald, in dem nachts die Elfen, Geister und Feen ihr Unwesen treiben. Hier umwirbt der eifersüchtige Herrscher Oberon (Rupert Everett) die schöne Feenkönigin Titania (Michelle Pfeiffer). Dabei greifen er und sein Gehilfe Puck (Stanley Tucci) zu reichlich unfairen Mitteln und stiften auch unter den vier jungen Liebenden reichlich Verwirrung. Schließlich findet aber dann doch jeder Topf seinen Deckel, und man kann sich den Hochzeitsfeierlichkeiten widmen.

Und wieder wurde ein Shakespeare-Stück nach Italien transplantiert. In der Toskana ist es gar so schön, und die Bilder erinnern gleich zu Anfang auch ein bisschen an Werbung für Spaghettisauce, es läuft einem das Wasser im Munde zusammen. Leider ist diese Sauce, Verzeihung, dieser Film etwas fade geraten. Nicht zu vergleichen mit Kenneth Branaghs Verfilmung von VIEL LÄRM UM NICHTS. Diesmal befinden wir uns am Ende des 19. Jahrhunderts, und um die neue Erfindung, das Fahrrad, wird viel Aufhebens gemacht. Wieso wird nicht ganz klar. Vielleicht hatte die Filmcrew einfach nicht genügend Pferde gemietet. Um das Lokalkolorit noch etwas stärker herauszuarbeiten, sprechen die Statisten auf den Straßen Italienisch, während alle handelnden Figuren sich der Shakespearischen Verse befleißigen. Das hilft den meisten von ihnen aber auch nicht weiter. Im allgemeinen fand ich auch die illustre Darstellerriege nett, aber eher fade, nur Kevin Kline als Bottom hebt sich positiv ab. An Callista Flockharts Grimassen musste man sich gewöhnen, und das Schlammcatchen zwischen Helena und Hermia war schlicht überflüssig. Michael Hoffmans Feenwald ist auch ein recht öder Ort, aber immerhin kann man sich Rupert Everett im knappen Kostümchen ansehen, also werde ich mich nicht beschweren. Dank Stanley Tuccis Puck und dem Stück im Stück, das die Handwerker um Bottom aufführen, ist der Film wenigstens streckenweise witzig.

Am besten hat mir an dem Film noch die Musik gefallen, die Simon Boswell für den Feenteil geschrieben hat. Für die Rahmenhandlung hat Hoffman zu bekannten Melodien von Puccini, Verdi und Mendelsohn gegriffen, aber so gern ich die auch höre, im Kontext dieses Filmes fühlte ich mich schon wieder ins Werbefernsehen versetzt, das sich ja gern aus der selben Plattenkiste bedient.

Eine ziemlich saftlose Verfilmung eines alten Meisters.

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Christina Gross

Zuletzt aktualisiert am: Mittwoch, 07. September 2005

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