Babel

Ein Film von Alejandro González Iñárritu

Mit Brad Pitt, Cate Blanchett, Gael García Bernal u. a.

Helgas Meinung

Brad Pitt ist für mich zunächst ein Grund, einem Film skeptisch gegenüberzustehen. Die Story soll für sich selbst sprechen und keine Zugpferde benötigen. Aber in dieser Riesenmenge fantastischer Schauspieler wird die Strahlkraft dieses Namens nivelliert.

Wie schon in Amores Perros baut Iñarritu seine Geschichte um einen Zufall herum auf. Da verkauft ein Jagdführer in Marokko ein Gewehr an einen Ziegenhirten, der damit Schakale erlegen will. Seine Söhne üben sich damit und machen eine Schießwette. Die Wette wird gewonnen, der Schuss trifft den Reisebus und damit die Schulter von Susan, die nun stark blutet. Nun können Richard und Susan nicht zurück nach San Diego, wo sich das Hausmädchen Amelia um die Kinder kümmert. Amelia möchte aber unbedingt nach Mexiko, weil ihr Sohn dort heiratet. Kurzerhand beschließt sie, die Kinder mitzunehmen. Nach der Feier fährt ihr betrunkener Neffe sie nach Hause. Es gibt Ärger an der Grenze. Der Neffe gibt einfach Gas. Gleichzeitig haben wir in Tokio Teil an den Leiden eines taubstummen Teenagers, die den Selbstmord ihrer Mutter nicht verwunden hat und nochmals mit der Polizei sprechen möchte. Dabei erfahren wir, dass der Vater ein Gewehr hatte, das er einem Jagdführer in Marokko überlassen hat.

Vier lose miteinander verwobene Geschichten aus vier höchst unterschiedlichen Kulturkreisen. Das Verhängnis zeichnet sich schon relativ früh ab, aber keinem der Beteiligten ist es möglich, auf die Bremse zu treten, um ein Unglück zu verhindern. Am Ende sind alle in Extremsituationen auf sich selbst gestellt.

Die Bilder sind hart und direkt, die Inszenierung ist sehr realistisch. Wenn irgendwo Rotz und Wasser geheult wird, dann sieht man auch Rotz und Wasser und nicht ein gepflegtes Gesicht, an dem eine Träne dramaturgisch perfekt in Szene gesetzt entlangkullert.

Teilweise sind die Geschichten furchtbar banal und grauer Alltag, so z. B. die mexikanische Episode. Die Episode in Tokio blieb mir bis zum Schluss fremd. Interessant, aber wirklich verstanden habe ich sie nicht. Die anderen Geschichten waren fesselnd, teilweise war es schmerzlich zuzusehen, wie die Situation eskalierte und keiner was dagegen tun konnte.

Schauspielerisch waren nicht nur die Zugpferde Spitze, sondern auch das Hausmädchen (Adriana Barraza) und der marokkanische Ziegenhirt, dessen Name auch nach längerer Klickerei verborgen bleibt. Die Tokioterin muss auch eine Spitzenschauspielerin sein, aber die Tatsache, dass ich mit ihr nichts anfangen kann, werte ich als Beweis für die Authentizität des Tokioter Settings.

Ein Film, den man sich durchaus mehrmals angucken kann.

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Zuletzt aktualisiert am: Sonntag, 18. Februar 2007

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