Fahrenheit 9/11

Ein Film von Michael Moore

Christinas Meinung:

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Michael Moore ist in den letzten Jahren aufgestiegen vom etwas obskuren Kommentator amerikanischer Befindlichkeiten zur international bekannten Stimme der amerikanischen Linken. Dem Schweigen der handzahm gewordenen US-Medien zu den Geschehnissen vor und nach dem 11. September und zum Krieg im Irak setzt Moore seinen Film FAHRENHEIT 9/11 entgegen.

Der Film gliedert sich in drei Teile. Er beginnt mit der umstrittenen Präsidentschaftswahl 2000 und den ersten Monaten der Amtszeit von George W. Bush, sowie dessen Reaktion auf den Terroranschlag. Dann geht es weiter mit den Verbindungen der Familie Bush zur Familie Bin Laden und der Saudis zur amerikanischen Rüstungs- und Ölindustrie. Schließlich wendet Moore sich dem Krieg zu, den Opfern im Irak auf beiden Seiten und den in der amerikanischen Provinz zurückgebliebenen Familien.

Die witzigen und provokanten Aktionen, die sein Markenzeichen geworden sind, sind selten in diesem Film. Dafür läuft er aber auch wieder zu Hochform auf, wenn er den Abgeordneten des Repräsentantenhauses den Patriot Act, der der Verfolgung von Terroristen dienen soll und der Regierung weitgehende Rechte zum Eindringen in die Privatsphäre erteilt, über den Lautsprecher eines Eiswagens vorliest, weil die meisten von ihnen den Inhalt vor der Abstimmung gar nicht kannten, oder wenn er Abgeordnete dazu auffordert, ihre eigenen Kinder zur Armee zu schicken, damit auch sie und nicht nur Menschen aus der Unterschicht ohne berufliche Perspektive im Irak dienen können.

Neben diesen Aktionen setzt Moore vor allem auf schockierende Bilder von Verwundeten auf beiden Seiten des Krieges. Auch seine Heimatstadt Flint in Michigan besucht er wieder und zeigt auf, wie sich die Maßnahmen der hohen Politik auf die kleinen Leute auswirken.

Auch wenn Michael Moore für BOWLING FOR COLUMBINE den Dokumentarfilm-Oscar gewonnen hat, sind seine Arbeiten eher filmische Essays als um Objektivität bemühte Dokumentationen. Er nimmt die Fakten, die für seine Zwecke dienlich sind, und fügt sie in schnellen Bildern, unterlegt mit der passenden Musik und kommentiert mit beißendem Sarkasmus, zusammen. Solange man sich bewusst macht, dass es für den Zuschauer im Kinosessel nicht unbedingt durchschaubar ist, ob ihm hier das ganze Bild präsentiert wird, kann man sich ruhig von Michael Moore informieren lassen.

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Zuletzt aktualisiert am: Montag, 30. August 2004

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