Der Herr der Ringe:

Die Gefährten

Ein Film von Peter Jackson

Mit Elijah Wood, Ian Holm, Ian McKellen, Viggo Mortensen, Sean Astin, Cate Blanchett, Billy Boyd, Orlando Bloom, Sean Bean, Liv Tyler u.a.

Christinas Meinung:

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An seinem 111. Geburtstag verabschiedet sich der Hobbit Bilbo Beutlin (Ian Holm) von seinen Freunden im friedlichen Auenland. Seinen gesamten Besitz hinterlässt er seinem Neffen Frodo (Elijah Wood). Darunter ist auch ein geheimnisvoller Ring, den Bilbo vor sechzig Jahren gefunden hat und der seinem Träger ungeahnte Kräfte verleiht, aber auch einen unheilvollen Einfluss auf ihn ausübt. Sollte der Ring wieder in die Hände seines ursprünglichen Besitzers Sauron fallen, würde dieser seine Schreckensherrschaft über ganz Mittelerde errichten. Vor Jahrtausenden hatten sich Elfen, Zwerge und Menschen zusammengetan, um Sauron zu besiegen. Dieses Bündnis ist aber längst zerbrochen. Nun erklärt Frodo sich widerstrebend bereit, den Ring dorthin zu bringen, wo er geschmiedet wurde, um ihn endgültig zu zerstören. Zu seinem Schutz begleiten ihn Vertreter von Menschen, Elfen und Zwergen, sowie seine Hobbit-Freunde Samwise (Sean Astin), Merry (Dominic Monaghan) und Pippin (Billy Boyd) und der mächtige Zauberer Gandalf (Ian McKellan). Auf dem Weg nach Mordor haben sie viele Abenteuer zu bestehen, und ihr Bündnis wird auf eine harte Probe gestellt.

Eigentlich sprach ja einiges dagegen, dass mir dieser Film gefallen würde. Die Handlung bestand im Prinzip nur aus einer Aneinanderreihung von Kampfszenen, es findet sich nicht eine einzige dreidimensionale Frauenfigur, und naive, stets fröhliche Charaktere, die am liebsten niemals über den Tellerrand ihrer idyllischen Heimat blicken, wie die Hobbits, verursachen mir Brechreiz. Trotzdem habe ich HERR DER RINGE: DIE GEFÄHRTEN genossen und freue mich schon darauf, das Erlebnis bei Gelegenheit zu wiederholen, diesmal in einem Kino, das ihm voll gerecht wird. Diese Bilderorgie wirkt natürlich am besten auf einer schönen großen Leinwand, und wie ich gehört habe, soll der Sound auch großartig sein. Aber selbst in unserem örtlichen Winzkino war der Film ein überwältigendes Ereignis, und hier konnte man sich so richtig bewusst werden, dass es nicht nur die Special Effects und technischen Spielereien waren, die überzeugten, sondern auch so altmodische Dinge wie Erzählkunst und Darsteller.

Peter Jackson lässt in den drei Stunden, die der Film dauert, nicht ein Mal die Zügel der Erzählung schleifen, sondern treibt die Geschichte voran wie Aragorn (Viggo Mortensen) seine kleine Truppe antreibt. DER HERR DER RINGE ist wieder mal ein gutes Beispiel dafür, wie man die Möglichkeiten der modernen Filmtechnologie ausschöpft, aber nicht, um die Geschichte zu ersetzen, sondern um sie zu bereichern. Jackson setzt sie ebenso geschickt ein wie die grandiose neuseeländische Kulisse.

Eine derart komplexe Geschichte in einem Film unterzubringen, selbst in einem mit Überlänge, ist keine Kleinigkeit. Jackson und Drehbuchautorin Frances Walsh ist es gelungen, die Geschichte so zu erzählen, dass ihr auch ein Uneingeweihter folgen kann. Zwischen den diversen Attacken auf die Gefährten und dem Kampf der beiden Zauberer Gandalf und Saruman (großartig: Christopher Lee) bleibt wenig Zeit für die Entwicklung der Charaktere, dennoch gelingt es den Schauspielern, ihren Figuren etwas Tiefe zu verleihen, so dass sie nicht nur Abziehbilder von Helden und Schurken bleiben. Die Hobbits mit ihren "menschlichen" Schwächen bringen die Zuschauer zum Lachen, ohne albern zu werden, und ihre Treue zu Frodo ist anrührend. Gut gelöst wurde auch das Problem ihrer Größe im Vergleich zu den anderen Figuren. Dank der geschickten Kameraperspektiven entsteht z. B. der Eindruck, Elijah Wood reiche Ian McKellan gerade mal bis zur Brust.

Die Hobbits haben mir gefallen (besonders Pippin), mit den Kampfszenen bin ich klargekommen (ein bisschen viel, aber gut gemacht), nur in Sachen Frauenfiguren erfüllte der Film meine negativen Erwartungen, was ich aber nicht Peter Jackson, sondern höchstens J. R. R. Tolkien anlasten kann. Immerhin ist Cate Blanchetts kurzer Auftritt als Galadriel ziemlich beeindruckend.

Hoffentlich halten die nächsten Teile, was der Beginn der Trilogie verspricht.

Monikas Meinung:

Zum Ende des insgesamt ziemlich katastrophalen Kinojahres 2001 hat Hollywood uns nach Harry Potter und der Stein der Weisen mit dem ersten Teil des Herrn der Ringe noch einen zweiten Film gegönnt, den man auf keinen Fall verpassen sollte. Auch all jene, die John Ronald R. Tolkiens berühmtes Buch nicht gelesen haben (zu denen ich mich zähle), werden begeistert sein von der Macht der Bilder dieser ausgesprochen gelungenen Romanverfilmung. Weswegen ich auch gleich vorausschicken möchte, dass man sich am besten das Kino mit der größten Leinwand und mit dem besten Sound aussuchen sollte, das man nur finden kann, dieser Film hat es verdient.

Wenn man ihn gesehen hat, mag man gar nicht glauben, dass Tolkiens Geschichte vom Zauberring bislang als unverfilmbar galt, obwohl vieles sicher erst durch moderne Technik möglich geworden ist. Alles beginnt mit der Geburtstagsfeier des Hobbits Bilbo Beutlin (Ian Holm), dem derzeitigen Besitzer des unheilvollen Ringes. Der Zauberer Gandalf (Ian McKellen) macht ihm klar, dass es Zeit für ihn ist, sich von dem Ring zu trennen und ihn an seinen Neffen Frodo (Elijah Wood) weiterzugeben. Frodo erfährt mit Schrecken, was es mit dem Ring auf sich hat und dass er der Grund dafür ist, dass sein Onkel Bilbo all die Jahre hindurch nicht gealtert ist. Neben dieser scheinbar positiven Wirkung hat der Ring jedoch eine dunkle Macht, die Frodo alsbald zu spüren bekommt. Schließlich macht er sich mit einigen Gefährten auf den Weg nach Mordor, da der Ring nur im Feuer des Vulkans, in dem er geschmiedet wurde, wieder zerstört werden kann. Eine abenteuerliche Odyssee durch Mittelerde beginnt, bei der die Freunde viele Gefahren zu bestehen haben.

Man möge mir verzeihen, wenn ich hier keinen Vergleich zwischen Film und Buch anstelle, aber das tue ich eigentlich nie, da es sich dabei um zwei völlig verschiedene Medien handelt, außerdem habe ich den Herrn der Ringe nicht gelesen, was ich unter Umständen jedoch irgendwann nachholen werde. Der Film besteht sehr gut für sich allein, allerdings sollte man Fantasy mögen, ansonsten könnten die drei Stunden im Kinosessel eventuell doch etwas lang werden. Peter Jackson hat mit Neuseeland als Schauplatz für Mittelerde eine großartige Kulisse gewählt, die von einer hervorragenden Besetzung ergänzt wird. Es stimmt fast traurig, dass wir sie in Teil II nicht alle wiedersehen werden, da der eine oder andere bereits ziemlich zu Beginn des Weges den dunklen Mächten zum Opfer gefallen ist. Und wer schon jetzt wissen will, ob es Frodo gelingt, den Ring nach Mordor zurückzubringen, der kann sich z. B. das ebenfalls sehr empfehlenswerte Hörspiel anhören, wenn er das Buch nicht lesen will, da der nächste Film erst Ende 2002 in die Kinos kommt.

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Zuletzt aktualisiert am: Sonntag, 30. März 2003

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