The Da Vinci Code - Sakrileg

Ein Film von Ron Howard

Mit Tom Hanks, Audrey Tautou, Ian McKellen, Jean Reno u. a.

Helgas Meinung

Verschwörungen und Verfolgungsjagden sind normalerweise nichts, was mich ins Kino lockt, aber nachdem die Kirche derartig Werbung für den Film gemacht hatte, packte mich die Neugier doch.

Der Werbefilm, in dem ein kleines Kind auf den wegen Raubkopiererei einsitzenden Vati wartet, wurde durch eine zusätzliche Verdächtigung von Sony Pictures ergänzt, als ob man explizit ins Kino geht, um Raubkopien aufzuzeichnen.

Dann fing der Film an. Der Symbologe Langdon trifft im Louvre an einem rituell Ermordeten die Kryptologin Neveu. Sofort fühlen sich diese zwei verwandt und wissen, dass ein bisher unbekanntes Geheimnis sie vereint. Da sie als Mörder gelten, müssen sie sich auf die Flucht begeben, erleben die abenteuerlichsten und gewagtesten Dinge, doch natürlich überstehen sie selbst die unwahrscheinlichsten Geschichten, sonst wäre der Film ja gleich zu Ende.

Unter anderem liefert sich Neveu eine Verfolgungsjagd mit der Polizei, bei der sie ihren Häschern entgeht, indem sie mit ihrem Smart rückwärts über die Bürgersteige von Paris brettert, ohne jemanden totzufahren. Auf diese Fahrkünste bin ich neidisch geworden und habe mich gefragt, wo sie als Kryptologin und Hausfrau die Zeit hernimmt, um derartig fahren zu üben. Was mich aber am meisten beeindruckt hat, war die Tatsache, dass sie die schlimmsten Verfolgungsjagden durch ganz Europa in hohen Pumps, adrett gekleidet und mit stets frischem Make-up übersteht, während Langdon wenigstens ein bisschen mitgenommen wirken darf. Dass die Helden die Verfolgungsjagd überleben, hätte ich noch halbwegs verkraften können, aber dass sie wie aus dem Ei gepellt aussahen, ging mir definitiv zu weit.

Im Prinzip kämpfen die Sekte Opus Dei, die ja wirklich existiert, und der fiktive Geheimbund Prieuré de Sion gegeneinander, wobei es gilt, das Geheimnis des Heiligen Grals zu entschlüsseln.

Aufgrund des Wahrheitsgehaltes und der Charaktertiefe war für mich der mordende Mönch Silas die faszinierendste Figur. Der Irrsinn, zu dem ihn sein Glaube treibt, ist von einer verstörenden Aktualität. Die Selbstgeißelung und das Dornenband gibt's wirklich.

Optisch ist der Film ein Augenschmaus. Es wurde an Originalschauplätzen gedreht, und selbst wo die Dinge sich im Privaten abspielten, geschah das nicht in einem Reihenhaus von der Stange. Die historischen Rückblenden waren optisch deutlich abgegrenzt und haben mir sehr gut gefallen.

Die Schauplätze, die Aufnahmetechnik, eine gute Story und Charaktere, deren innere Zerrissenheit für den Zuschauer erkennbar wären, hätten einen spektakulären Film ergeben können, aber die beiden geschniegelten Hauptdarsteller perlen rückstandsfrei an einem ab.

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Zuletzt aktualisiert am: Freitag, 26. Mai 2006

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