Die zwei Türme

Ein Film von Peter Jackson

Mit Elijah Wood, Ian McKellan, Viggo Mortensen, Liv Tyler, Miranda Otto, u. a.

Christinas Meinung:

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Nachdem der Bund der Gefährten am Ende des ersten Teils der Saga auseinandergebrochen ist, ziehen die verbleibenden Helden nun getrennt ihrem Ziel entgegen. Aragorn (Viggo Mortensen), Legolas (Orlando Bloom) und Gimli (John Rhys-Davis) verfolgen die Entführer von Merry (Dominic Monaghan) und Pippin (Billy Boyd). Ihr Weg führt sie an den Hof von König Theoden (Bernard Hill) und schließlich in die erste große Schlacht gegen die Mächte des Bösen.

Frodo und Sam sind allein auf dem Weg nach Mordor. Immer stärker spürt Frodo den Einfluss des Ringes. Geführt von Gollum (Andy Serkis) begegnen sie Boromirs Bruder Faramir (David Wenham).

Merry und Pippin schließlich treffen die geheimnisvollen Ents, die sie vor den Uruk-Hai retten und sich auf die Seite der Guten schlagen.

DIE ZWEI TÜRME ist naturgemäß ein schwierig zu machender Film. Die Mitte einer monumentalen Geschichte, dazu verurteilt, ohne richtigen Anfang und ohne richtiges Ende auskommen zu müssen. Wie DIE GEFÄHRTEN hat auch DIE ZWEI TÜRME grandiose Landschaften, exzellente Darsteller und klug eingesetzte Special Effects zu bieten. Mit der Trennung der Gefährten teilt sich jedoch auch die Geschichte. Jackson verzettelt sich auf den verschiedenen Schauplätzen, und die Geschichte leidet darunter.

Am besten hat mir Frodos und Sams Reise in Richtung Mordor gefallen. Auch wenn Schauspieler Andy Serkis nie auf der Leinwand zu sehen war, hat er für seine Darstellung vom Gollum und seinem Alter Ego Smeagol einen Nebenrollen-Oscar verdient. Er und die Special-Effects-Gurus haben ein faszinierendes Geschöpf erschaffen, das diesem Handlungsstrang besonderen Glanz verleiht.

Die Ents waren gut umgesetzt, auch wenn sie wohl aus Zeitgründen nicht ganz so schön schrullig waren wie im Buch. Merry und Pippin haben mehr Tiefe als im ersten Film und müssen nicht nur für die Lacher sorgen. Dummerweise hat Jackson diese Rolle hier Gimli zugedacht, der auch im dichtesten Schlachtengetümmel seinen Hang zum Slapstick nicht unterdrücken kann.

Wenn die Schlacht um Helms Klamm beginnt, geht der Film endgültig den Bach runter. Der Kampf mag noch so beeindruckend choreographiert und mit modernsten Mitteln gefilmt worden sein, ich fand, dass er sich einfach nur zog wie Kaugummi. Die Darsteller kriegen alle eine Eins in Sport, aber wenn ich meinen Knochen eine Pause von dem durchgesessenen Kinosessel gegönnt und einen Spaziergang gemacht hätte, wäre mir nichts entgangen. Ich kann nur hoffen, dass die Schlachten in Teil 3 nicht ebenso ausgewalzt werden ohne ein paar Erholungspausen für die Zuschauer, die sich weder für Schwertkampf noch für Bogenschießen interessieren.

Ich bin kein eingefleischter Tolkien-Fan und habe den HERRN DER RINGE erst vor kurzem zum ersten Mal gelesen. Trotzdem haben mich einige Änderungen gestört, die Jackson an der Geschichte vorgenommen hat. Vor allem hat mir gefehlt, dass Aragorn sich vor den Reitern der Riddermark als König zu erkennen gibt. Das mindert nicht nur ihn in den Augen seiner Verbündeten, sondern degradiert auch Königsnichte Eowyn (Miranda Otto) zum schmachtenden Teenager, wo sie doch eigentlich ihr Auge nicht nur auf den attraktiven Mann, sondern eben auch auf den zukünftigen König und ihre Stellung an seiner Seite geworfen hat.

Auch Theoden und Faramir kommen durch kleinere oder größere Änderungen nicht so heldenhaft weg wie im Buch. Dafür wurde Arwen wieder kräftig aufgepeppt.

Die Schurken kamen in diesem Film reichlich blass weg. Horden marschierender Orcs kamen reichlich vor, aber die Köpfe der Bewegung hätte Jackson etwas deutlicher herausarbeiten dürfen. Sauron war nichts als eine Grafik, und Saruman hatte keine Gelegenheit zu einem ähnlich beeindruckenden Duell mit Gandalf wie in DIE GEFÄHRTEN.

DIE ZWEI TÜRME ist leider nicht so straff inszeniert wie DIE GEFÄHRTEN. Hoffentlich ist dieser Durchhänger nur ein Symptom dafür, dass Jackson seine Kräfte spart für ein wirklich furioses Finale.

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Zuletzt aktualisiert am: Sonntag, 30. März 2003

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